Ein Zeugnis sagt selten, was es meint.
Zeugnisse sind wohlwollend zu formulieren und müssen zugleich wahr sein. Aus diesem Widerspruch ist eine eigene Sprache entstanden, die Personalabteilungen fließend lesen und Bewerber häufig nicht.
Was wir für Sie tun
Zeugnis entschlüsseln
Wir lesen das Zeugnis so, wie ein Personaler es liest: Notenstufe der Leistungs- und Verhaltensbeurteilung, Reihenfolge der Nennungen, Auslassungen, Schlussformel. Was fehlt, sagt oft mehr als was dasteht.
Berichtigung fordern
Ist die Beurteilung zu schlecht, unvollständig oder in sich widersprüchlich, verlangen wir eine berichtigte Fassung, mit konkretem Formulierungsvorschlag statt allgemeiner Kritik.
Zwischenzeugnis erwirken
Bei Vorgesetztenwechsel, Umstrukturierung oder anstehender Bewerbung ist ein Zwischenzeugnis üblich. Es sichert die Beurteilung, bevor sich das Verhältnis verschlechtert.
Zeugnis in den Vergleich holen
Im Kündigungsschutzverfahren wird die Zeugnisformulierung regelmäßig mitgeregelt, oft samt Notenstufe und Dankesformel. Der beste Zeitpunkt für ein gutes Zeugnis ist der Vergleich.
So läuft es ab
Zeugnis senden
Sie schicken uns die aktuelle Fassung, gern als Foto. Der Arbeitsvertrag hilft bei der Einordnung der Aufgaben.
Bewertung erhalten
Sie bekommen eine Einordnung der Notenstufe und eine Liste der Stellen, an denen nachzubessern ist.
Berichtigte Fassung durchsetzen
Zunächst außergerichtlich mit Formulierungsvorschlag, bei Weigerung durch Klage vor dem Arbeitsgericht.
Die Notenskala der Zufriedenheitsformel
| Formulierung | Entspricht |
|---|---|
| stets zu unserer vollsten Zufriedenheit | sehr gut |
| stets zu unserer vollen Zufriedenheit | gut |
| zu unserer vollen Zufriedenheit | befriedigend |
| zu unserer Zufriedenheit | ausreichend |
| im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit | mangelhaft |
Die Skala ist keine Rechtsnorm, sondern gefestigte Übung, an der sich Rechtsprechung und Personalpraxis orientieren. Entscheidend bleibt der Gesamteindruck des Zeugnisses.
Worauf wir außerdem achten
Vollständigkeit
Fehlt eine Kernaufgabe in der Tätigkeitsbeschreibung, wirkt das wie eine Abwertung, ohne dass ein einziges kritisches Wort fällt.
Reihenfolge
Werden Nebentätigkeiten vor der Hauptaufgabe genannt oder Selbstverständlichkeiten wie Pünktlichkeit hervorgehoben, ist das ein Signal.
Verhaltensbeurteilung
Die Reihenfolge Vorgesetzte, Kollegen, Kunden ist üblich. Wird eine Gruppe ausgelassen oder umgestellt, hat das Bedeutung.
Ausstellungsdatum
Das Zeugnis trägt regelmäßig das Datum der Beendigung. Ein deutlich späteres Datum legt einen Streit nahe und wirft Fragen auf.
Häufige Fragen
Worauf habe ich Anspruch?
Wer muss beweisen, dass die Note falsch ist?
Muss das Zeugnis eine Dankes- und Wunschformel enthalten?
Was bedeutet „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit"?
Wie lange kann ich das Zeugnis verlangen?
Der Arbeitgeber will das Zeugnis nur gegen Rückgabe von Unterlagen herausgeben.
Kostenfreie Ersteinschätzung
Schildern Sie kurz Ihren Fall, gern mit Unterlagen als Anhang. Sie erfahren unverbindlich, wie Ihre Lage einzuschätzen ist und welche Schritte sich lohnen. Besteht eine Rechtsschutzversicherung, stellen wir die Deckungsanfrage für Sie.